Donnerstag, 20. Mai 2010

Ein Theaterstück für Bologna

Am Montag fand die lang angekündigte Bolognakonferenz statt. Auf ihr wollte Bildungsministerin Anette Schavan über Verbesserungen im Bachelor/Master-System diskutieren, doch leider geriet das Event zur Schmierenkomödie. Eine Zusammenfassung von Max Krause.

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Mittwoch, 28. April 2010

Fahrradlos in Berlin

Es ist so eine Sache mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie sind hier ja, das muss man sagen, recht häufig pünktlich (wenn man von der S-Bahn absieht, aber das ist eine andere Geschichte, die ein andermal erzählt werden wird). Aber je öfter sie pünktlich sind, desto mehr gewöhnt man sich an die Pünktlichkeit, und desto härter trifft es einen, wenn sie eben doch unpünktlich sind. Es ist einfach nicht gut, auf etwas angewiesen zu sein, auf das man sich nicht komplett verlassen kann.
Als hier die ersten wärmeren Tage angebrochen sind, bin ich deshalb umgestiegen, aufs Fahrrad. Eine halbe Stunde in die Uni, eine halbe Stunde wieder zurück. Nach ein paar Tagen konnte ich auf wenige Minuten genau planen, wann ich an der Uni war; das ist mit Bus und Bahn unvorstellbar. Dazu kommt, dass die Weg mit den Öffentlichen auch nicht weniger als eine halbe Stunde in Anspruch nimmt.
Ich habe also mein Fahrrad schätzen gelernt, in den letzten Tagen, und umso härter trifft mich jetzt der Verzicht darauf. Der Hinterreifen ist verbogen - vermutlich aufgrund der Überwinterung im Freien - und auf Dauer stört das eben doch beim Fahren. Gestern vor der Uni brachte ich das Rad zu einem Fahrradladen in Zehlendorf, wo sich vorne schon eine ganze Schlange Fahrräder reihte. Bearbeitungszeit: eine Woche.

Jetzt bin ich wieder abhängig von den ungeliebten öffentlichen Verkehrsmitteln und sehne mir mein Fahrrad zurück. Hoffentlich regnet es den Rest der Woche, dann trifft mich der Verlust nicht ganz so hart.

Mittwoch, 21. April 2010

Studenten sind Opfer auf Lebenszeit

Na, ich hab ja jetzt gelernt, Videos hier einzufügen, also kommt hier gleich das nächste. Dieses Lied muss einfach weiter verbreitet werden, es ist so beängstigend wahr...

Samstag, 17. April 2010

Die Nachrichten

Die erste Woche des neuen Semesters ist vorbei, und ich beglücke euch mit allerei Neuigkeiten aus Berlin. Hier also die News in Kürze:

Volles Haus

Nachdem wir es uns in unserer WG in den letzten Monaten zu dritt gemütlich gemacht haben, wird das in nächster Zeit wohl wieder etwas anstrengender. Wir haben insgesamt vier Neuzugänge in unserer Wohnung, und das, obwohl wir nur noch drei freie Zimmer hatten.
Kenneth, ein Schotte, war der erste, der hier neu eingezogen ist. Er spricht ziemlich gut deutsch, kann als sozusagen beide Amtssprachen unserer WG fließend sprechen. Das ist doch mal was.
Wir haben noch einen weiteren Neuzugang mit derselben Muttersprache. Allerdings habe ich von ihm noch nicht viel mehr mitbekommen als "Hi, I'm John. I'm from the U.S." Es ist nur positiv zu vermerken, dass er mitten am Tag im Bademantel durch die Wohnung läuft (ob er so auch aus dem Haus geht, habe ich noch nicht feststellen können).
Nun kommen wir zu den beiden merkwürdigsten neuen Insassen unserer Anstalt. Die beiden - ein Mann und eine Frau - sehen türkisch oder zumindest arabisch aus, und dementsprechend klingen auch ihre Namen; deshalb konnte ich sie mir leider noch nicht merken. Es ist jedenfalls offenbar so, dass sie zusammen ein Zimmer bewohnen. Das ist nicht erlaubt, da bin ich mir ziemlich sicher. Worüber ich mir nicht sicher bin, ist ihr Verhältnis zueinander: Sind sie ein Paar? Geschwister? Freunde? Und warum wohnen sie in nur einem Zimmer? Geldmangel? Oder hat vielleicht einer von beiden noch woanders ein Zimmer und ist lediglich chronisch zu Besuch? Fragen über Fragen...

Volle Uni

Ich bin also eine gewisse Überfüllung von Haus aus schon gewohnt. Dann ist es auch nicht so schlimm, dass sich das an der Uni unvermindert fortsetzt. Dieses Semester höre ich für Mathe Lineare Algebra II, Analysis II und Computerorierte Mathematik II. Dazu gibt es wie im letzten Semester jeweils mehrere Tutorien. Nur gibt es dieses Semester nicht mehr so viele Tutorien, offenbar weil die Verantwortlichen davon ausgehen, dass sowieso ein Drittel der Studierenden bis zum Ende des ersten Semesters abgebrochen hat.
Das ist nun leider nicht der Fall, und so kommt es, dass der Platz in Hörsälen und Übungsgruppen hinten und vorne nicht reicht. Eine Vorlesung musste schon umverlegt werden, weil der Raum zu klein war. Nicht dass der Raum (alle Vorlesungen finden im gleichen Raum statt) für die anderen Vorlesungen plötzlich größer wird - es gab eben nur einen Professor, dem es nicht egal war, dass er vor einer Sardinenbüchse dozieren muss.
Als ich nun dachte, mein Nebenfach böte vielleicht eine Abwechslung davon, wurde ich leider auch enttäuscht: in meinem Philosophieseminar saßen am Montag saßen am Montag sage und schreibe 67 Leute. Bildungsstreik 2010, ich komme!

Hochschulpolitik

Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären: Politik. Es gab ja in den letzten Wochen einiges Hin und Her bezüglich der Präsidentschaftskandidaturen an der FU (wer genaueres wissen will, kann sich hier informieren). Letztlich ist es so, dass nur zwei Kandidaten noch übrig sind, ein Professor von der FU, der eigentlich der Favorit unter der Professorenschaft ist, und eine hannoveraner Professorin, die nicht viel mehr als die Alibifrau in der ganzen Sache ist. Die eigentlich spannendste Kandidatur, die von Informatiker Rojas, der mit der Idee angetreten war, FU und TU zu fusionieren, wurde leider von ihm zurückgezogen. Die Zeichen stehen nicht auf Sensation.
Unterdessen versammelt sich ein kleines Grüppchen protestfreudiger Studierender täglich vor dem Hörsaal 1A und liebäugelt mit dem Gedanken, ihn wieder zu besetzen. Das allerdings wäre dann wohl mehr die Neugründung einer lieb gewonnenen WG als echter Protest. Ansonsten hört man nicht sehr viel vom Bildungsstreik. Sicher, es hängen ein paar Plakate, am 22. April soll es eine Aktion geben, doch irgendwie hat man das Gefühl, es wird ein Flop werden verglichen mit den Aktionen vom letzten Herbst.

Sport

Kommen wir zum etwas entspannteren Teil unserer Berichterstattung, dem Sport. Genauer gesagt, dem Hochschulsport. Ich habe mich nämlich dieses Mal tatsächlich aufraffen können, einen Sportkurs zu belegen. Badminton, Anfängerkurs. Ich habe vermutlich noch nicht einmal in meinem Leben richtig Badminton gespielt. Egal, es ist nie zu spät, anzufangen.
Obwohl das Ganze ein Anfängerkurs ist, glaube ich, die meisten haben schon ein klein wenig Erfahrung, zumindest aus dem Schulsport. Naja, vielleicht sind sie auch einfach besser als ich. Aber ich habe zumindest zwei Leute gefragt und beide haben es in der Schule gemacht, also hat meine Theorie zumindest ein Fundament.
Wie ist Badminton? Eigentlich ganz witzig. Anstrengend, wenn man es richtig spielt, vermute ich. Als ich das erste Mal da war, haben wir noch nicht richtig gespielt. Der Leiter des Kurses meinte, wir könnten erst nach vier Übungsstunden überhaupt damit anfangen, richtiges Badminton zu spielen. Deshalb haben wir erstmal Aufschläge geübt. Und über Badminton geredet. Ich habe erfahren, dass Badminton ein kleines Örtchen in England ist. Außerdem besitze ich jetzt einen eigenen Badminton-Ball. Hat 1,50 € gekostet. Die Saison kann beginnen.

Wetter

Wie sich das für ein ordentliches Nachrichtenprogramm gehört, kommen wir zuletzt zum Wetter. Es ist wirklich schön, Berlin mal so richtig mit Sonne und Temperaturen über dem Gefrierpunkt zu erleben. Es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Zum Beispiel habe ich herausgefunden, dass man mit dem Studentenausweis Fähre fahren darf. Natürlich nur, wenn der Wannsee nicht gerade zugefroren ist.
Andererseits war es einfacher, drinnen zu sitzen und seine Übungen zu machen, als einen draußen sowieso nur Schneegestöber erwartet hat. Ich weiß jetzt, warum es so geregelt ist, dass die Leute im Wintersemester anfangen zu studieren: Würde man im Sommer anfangen, würde man ja gleich eine falsche Einstellung zum Studieren entwickeln.

So, das wars für heute. Ist ja schließlich so viel wie lange nicht mehr. Wenn ich heute so viel für meine Hausarbeit geschrieben hätte, wie ich hier in dieses Blog geschrieben hab, hätte ich eine Sorge weniger.

Mittwoch, 31. März 2010

"They're the remaining candidates."

Schon seit Anfang Januar taumelt die Freie Universität ja sozusagen kopflos durch all ihre Probleme, denn der bisherige Präsident Lenzen wurde von einem studentischen Vertreter, den wir hier nur Mi.B. nennen wollen, vertrieben, ja, durch die Kampagne "Not my President" geradezu ins Feuer gestoßen.

Um der FU, gewissermaßen einer Insel im Villenviertel Dahlem, wieder einen Führer zukommen zu lassen, der die Insel schützt, wurde eine Liste mit Kandidaten erstellt, die alle über einen längeren Zeitraum beobachtet und für geeignet befunden wurden. Insgesamt gab es 14 Kandidaten.
Nachdem Mi.B. und "Not my President" Lenzen vertrieben hatten, waren sie noch nicht am Ziel. Es war außerdem noch nötig, alle Kandidaten auszuschalten, die Lenzens Führungsstil erhalten und die Studierenden nicht besser einbeziehen wollten. Im Verlauf des Berufungsverfahrens musste viele Kandidaten wieder von der Liste gestrichen werden, und am Ende blieben nur noch drei übrig.

Dass es überhaupt drei gibt, ist auch teilweise ein Verdienst des Mi.B. Die Anderen, die Professoren im Akademischen Senat, wollten ursprünglich nur einen einzigen Kandidaten vorschlagen: Professor Alt, der als Vertrauter von Lenzen gilt. Mittels klug erdachter Pläne konnte der Mi.B. verhindern, dass es zu einer solchen Einzelkandidatur kam.
Jetzt gibt es also noch drei Kandidaten, um Lenzen zu ersetzen, und heute haben sie sich der Universitätsöffentlichkeit vorgestellt. Alt durfte als erstes sprechen, und schon dort wurde klar, dass er - sei es aus seinen eigenen Überzeugungen oder als Folge der Einflussnahme des Mi.B. - einige Dinge anders regeln wollte als sein Vorgänger. Insbesondere wollte er die Möglichkeit zu mehr Dialog schaffen, ein Punkt, der bei Lenzen oft kritisiert worden war.
Professorin Lemke, die von Hannover kommt, war als zweites an der Reihe. Aus ihrem Vortrag konnte man aber nur begrenzt heraushören, was tatsächlich geändert werden sollte. Wie auch Alt sprach sie sich für eine Stärkung der Lehre und der Gleichstellung aus.
Schließlich kam der eigentlich Star des Tages, Professor Rojas aus der Informatik zum Zug und erklärte seine visionären Pläne zur Vernetzung und - langfristig - Zusammenlegung der drei großen Berliner Hochschulen. Rojas ist der Kandidat, der auf Studierendenseite wohl den größten Rückhalt hat. Doch da im Kuratorium, das letztlich die Wahl vornimmt, die Professoren die Mehrheit haben, ist fraglich ob er sich durchsetzen kann.

Nachdem Lenzen von Mi.B. besiegt wurde, geht der Kampf also in die nächste Runde. Wird der Geist Lenzens sich doch noch durchsetzen? Oder wird schließlich der Mi.B. die Oberhand behalten? Sehen Sie es - in der nächsten Folge von Lost. Immer dienstags von 8 bis 9 auf ABC.

(Ich bitte um Verzeihung für die billigen Lost-Analogien. Ich konnte einfach nicht anders...)

Mittwoch, 10. März 2010

Die lieben Nachbarn

So, diesmal - eine echte Neuheit in diesem Blog - zeige ich euch ein Video, in dem es um das wunderschöne Bundesland geht, das direkt westlich/östlich/nördlich/südlich von Berlin liegt. Damit ihr auch mal was zu lachen habt.
Also: Nimm dir Essen mit, wir fahrn nach Brandenburg!

Donnerstag, 4. März 2010

26,42

Die positiven Überraschungen kommen ja nun doch meistens dann, wenn man eigentlich schon alle Hoffnung verloren hat (ich schätze, dass liegt in der Definition der Sache, denn ansonsten wäre es ja keine Überraschung). Nach monatelangen Verhandlungen hat sich der AStA nun offenbar mit der Berliner S-Bahn verständigt und ein Verfahren in die Wege geleitet, das uns Studierenden unsere wohlverdiente Entschädigung für die Ausfälle im vergangenen Semester zukommen lässt.

Natürlich hat die Sache, wie alles im Leben, auch einen Haken: Der AStA hat sich entschieden, die Schecks zusammen mit den Unterlagen fürs nächste Semester zu verschicken. Und da offenbar noch jede Menge Verwaltungsarbeit zu leisten ist, ist man sich in der Studierendenverwaltung nicht sicher, ob die Studentenausweise und Immatrikulationsbescheinigungen fürs nächste Semester auch rechtzeitig zu Beginn des Semesters da sein werden. Hierzu die Semesterticketbeauftragte des AStA:

"Wer zum 01.04.2010 kein Semesterticket erhalten, dies aber bezahlt hat und in den ersten April-Tagen (maximal bis 09.04.2010) in einer Fahrscheinkontrolle unverschuldet kein Semesterticket vorzeigen kann, muss kein 'erhöhtes Beförderungsentgelt' zahlen! Lasst euch in diesem Fall einen Bescheid über ein 'erhöhtes Beförderungsentgelt' ausstellen und meldet euch zeitnah unter semtix@astafu.de."

Die armen AStAler tun mir schon fast leid angesichts der Flut von Mails und Anrufen, die sie zu Beginn des Semesters erwartet. Ich stelle mir folgende Szene im Kino an der Kasse vor:
"Student?"
"Ja."
"Kann ich den Ausweis sehen?"
"Aber sicher doch." (kramt den Ausweis vom letzten Semester raus)
"Der ist aber abgelaufen."
"Ja, ich weiß. Aber wir haben die neuen noch nicht bekommen. Sie können gern im Semesterticketbüro des AStA anrufen, wenn Sie mir nicht glauben. Oder Sie stellen mir einfach einen Bescheid über 'erhöhtes Kinobesuchsentgelt' aus."
(verwirrt) "Mit einem abgelaufenen Ausweis kann ich Ihnen den günstigeren Tarif nicht berechnen."
"Aber ich BIN Student. Kann ich mit Ihrem Vorgesetzten sprechen?"

Das kann ja heiter werden...

Mittwoch, 17. Februar 2010

Vertreibung aus dem Paradies

95 Tage lang haben Studierende die Besetzung des Hörsaals 1A aufrechterhalten. Doch am frühen Morgen des Valentinstags beendete das Präsidium den Streik unter Polizeieinsatz.
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Samstag, 13. Februar 2010

Auf verlorenem Posten

Ich hoffe, ihr verzeiht mir diese abgedroschene Einleitung:

Wir schreiben das Jahr 2010, und die alle deutschen Unis sind von der Wirtschaft beansprucht. Alle Unis? Nein, denn eine kleine Gruppe hartgesottener Besetzer hört nicht auf, Widerstand zu leisten.

Ja, es gibt sie noch, die Leute, die im November vergangenen Jahres für Schlagzeilen gesorgt haben und medientechnisch mittlerweile ziemlich von der Bildfläche verschwunden sind. Heute ist, wie sie nicht ohne Stolz angeben, der 94. Tag der Besetzung. Tatsächlich fällt es mir schwer, mir die Uni ohne den typischen "Streikbereich" vorm Hörsaal 1A vorzustellen, in dem die Plakate hängen, in dem die letzten drei Monate nicht geputzt wurde, wo die Besetzenden mit Bier, Club Mate und Musik sitzen und ihre gesellschaftspolitischen Debatten führen.
Jetzt, wo die Vorlesungszeit an der Uni vorbei ist, ist allen klar, dass die Besetzung nicht länger aufrecht erhalten werden kann: Die Universitätsleitung hat den Streikenden offiziell die Duldung entzogen und sie angewiesen, die Räumlichkeiten zu verlassen. Die Besetzer wollen natürlich nicht freiwillig gehen; vielmehr hoffen sie, durch eine polizeilich durchgeführte Räumung noch einmal Medieninteresse auf sich ziehen zu können. Doch auch für sie ist klar, dass das dann der Endpunkt wäre. "Niemand hat die Kraft, den Hörsaal nach einer Räumung wieder neu zu besetzen.", sagt einer von ihnen.
Nun stellt sich nur die Frage, ob die Verantwortlichen im Präsidium tatsächlich eine Räumung veranlassen, oder ob sie die Besetzung lieber ausbluten wollen. Käme es nicht zur Räumung, könnte die Besetzung wohl trotzdem nicht mehr lange aufrechterhalten werden.
Zumindest zeigte das Präsidium genug taktisches Geschick, den Hörsaal nicht an diesem Wochenende zu räumen. Denn zeitgleich findet in Dresden eine Gegendemonstration gegen den Naziaufmarsch statt, an dem sich viele Besetzer beteiligen; deshalb ist der Hörsaal zurzeit nur schach besetzt. Eine Räumung zu diesem Zeitpunkt hätte der Leitung den Vorwurf eingebracht, in gewisser Hinsicht mit den Nazis gemeinsame Sache zu machen.

So oder so endet für diejenigen, die die letzten Monate hauptsächlich im Hörsaal verbracht haben, ein Abschnitt. Sie denken darüber nach, ob im nächsten Semester wieder gestreikt werden soll. Man hat sich ans Leben im Hörsaal gewöhnt, manche haben einen Monat lang täglich dort geschlafen. Dieses Lebensgefühl wollen sie nicht verlieren. Es geht wohl mittlerweile hauptsächlich darum und weniger um konkrete bildungspolitsche Forderungen.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Laptop-Chaos

Für alle, die sich gewundert, haben, dass ich die letzten Tage hier gar nicht aktualisiert habe (wo ich doch ansonsten so regelmäßig neue Einträge schreibe): Diesmal habe ich einen Grund, diesmal ist es nicht nur Faulheit.

Es ist nämlich so, dass mein Laptop am vergangenen Freitag den Geist aufgegeben hat. Das heißt, ich konnte ihn nicht mehr hochfahren und auch sonst ziemlich wenig damit machen. Nachdem ich also einige Tage getrauert hatte, unternahm ich den Versuch, ihn zu reanimieren, indem ich erst Linux aufspiele und dann mit dem aufgespielten Linux Windows 7 herunterlade (das gibts kostenlos von der Uni), und dann den Computer formatiere. (Das klingt vielleicht ein wenig umständlich, aber ich wollte die gespeicherten Daten irgendwie retten.)

Ich habe ein Linux-CD aufgetrieben und dann bestimmt vier Stunden lang versucht, das Zeug zu installieren, bis ich schließlich so weit war, dass nicht einmal die CD mehr funktioniert hat. Dann hat ich mich erstmal frustriert in mein Bett gelegt und mehrere Stunden geweint.
Irgendwann habe ich mich damit abgefunden, dass die Daten wohl verloren waren, und mich entschieden, Windows 7 direkt aufzuspielen. Nach kleineren Schwierigkeiten war eine Boot-CD gebrannt und ich bin sogar ein Stück weit gekommen, bis Windows gemeldet hat, dass es auf meiner Festplatte nichts installieren könne. Also war es so, wie ich befürchtet hatte: ein Hardwarefehler. (Natürlich war ich nach dieser Erkenntnis so verzweifelt, dass ich erstmal eine Zeit lang nichts tun konnte)

Glücklicherweise habe ich nämlich - wie das immer so ist - den Kassenzettel verloren, und damit war unklar, ob die Garantie greifen würde. Schweren Herzens (und schwerer Tasche) habe ich meinen Laptop zum Media-Markt im "Schloss" (das ist so ein Shopping-Center am Rathaus Steglitz) gebracht, wo ich mir erstmal anhören durfte, dass ich ja schön blöd sei, Linux da drauf zu spielen, und dass sie es sich erst nächste Woche anschauen könnten. Eine Woche ohne Computer! Ihr könnt euch sicher meinen Gefühlszustand vorstellen.
Direkt neben dem Media-Markt befindet sich ein Conrad (ihr wisst schon, der Elektronik-Fuzzi), und weil ich intiutiv ein besseres Bild von ihm habe, hab ichs auch dort noch einmal versucht. Schließlich habe ich eine neue Festplatte für 50 Euro gekauft (Rundungsfehler < eps(10,1)), dann zu Hause meinen Laptop zerlegt (zum Glück hat mir Hannah ihren Werkzeugkasten ausgeliehen) und schließlich hat - tatsächlich - die Installation von Windows geklappt.